Japan Koi Forum
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Autor Thema: So funktioniert das im grossen  (Gelesen 647 mal)
DirkF.
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« am: 08. März 2010, 21:47 »

Zur Info , ich find das nicht uninteressant

http://www.klaerwerk-online.de/
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Gruß Dirk

............... manchmal muss man einfach an was glauben !
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« Antworten #1 am: 09. März 2010, 18:30 »

Hallo Zusammen,

Zufälle gibt es!  

Am Samstag habe ich, zusammen mit 2 anderen Koikichis unser Klärwerk vor Ort besucht.

Grund war natürlich auch folgender Hintergedanke:
Was kann ich davon bei mir am Teich umsetzten?

Nachdem ich den Wassermeister angesprochen habe, hat er sofort eine Führung vorgeschlagen, welche wir dankend angenommen haben. Das ging von 13-16 Uhr und war interessant.

Ich hab einige Fotos gemacht, die ich die Tage mal einstellen kann, wenn interesse besteht.

Der Gedanke ist entstanden, als die Mutag BioChips Diskussion los ging. Ich hab dort mal angefragt, ob die schon mal was davon gehört haben, aber bei Mutag, geht es wohl eher um Produktionsabwässer.

Im Klärwerk wird komplett ohne Carrier gearbeitet. Die Bakkis sitzen im Schlamm und bekommen Umgebungsluft für die Nitrifikation.
Lediglich beim Nitrat/Phosphatabbau wird mit Flockungsmittel oder Eisenoxid ( Rost) gearbeitet, da der Prozess sonst nicht in Gang kommt.
Diese Becken werden anerob und still bzw. mit sehr wenig Flow gefahren. Das Wasser soll ca 60 Minuten im Becken verbleiben.

Ob das für uns umsetztbar ist ?

Ich kann mir lediglich einen Pflanzenfilter vorstellen, der per Zeitschaltuhr stündlich geflutet wird. Baulich müsste das dann so sein, das das Wasser im Staustufen stehen bleibt um Nitrat/Phoshat abbauen zu können. Der Nitratabbau soll gut und einfach funktionieren, beim Phosphat sieht das anders aus.
Nach 60 Minuten geht dann per Zeitschaltuhr eine kleine Pumpe an, die frisches Wasser rein pumpt und das * Altwasser* in den Teich befördert. Wie das dann allerdings mit dem O² Wert aussieht, ist spannend.
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Gruss Koikoi0/Dirk
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Claude
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« Antworten #2 am: 09. März 2010, 18:34 »

Hallo Dirk,

Bilder von dem Besuch wären sehr interessant.

Wie funzt denn die mechanische Stufe in dem Klärwerk?

MfG

Claude
 
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« Antworten #3 am: 09. März 2010, 18:48 »

Hallo Claude,

1 Stufe
Kammfilterung > Das Abwasser wird mit zwei Kämmen, die ineinander laufen durchkämmt. Hier werden alle Feststoffe über 6mm ausgekämmt. Hier geht es halt um andere Schmutzstoffe wie beim Teichfilter.  

2 Stufe
Sandfilter > Hier wird in einem sehr langen Becken Sand und Fette vom Wasser getrennt. Das Becken wird aussen mit viel Luft bewegt und der Sand sammelt sich durch den Blubber in der Schmutzrinne in der Mitte, bzw. das Fett wird ebenfalls in der Mitte durch den Blubber gehalten und mit einer riesen Gummiflitsche weg geschoben.

3 Stufe
Riesige runde Tanks, die mit Klärschlamm versehen sind. Hier wird durch viel Blubber ( 160mm Edelstahlrohre als Leitung, die durch den Druck richtig warm waren) die Nitrifikation vollzogen.
Nitrit wird übrigens nicht überwacht bzw. nicht während des Prozess, nur Ammoniak und Nitrat.

4 Stufe
Die selben riesigen runden Becken, allerdings anerob und mit Zugabe von Flockungsmitteln bzw. Eisensulfat zum Nitrat/Phosphatabbau.

Danach geht es, wenn alle Parameter ok sind, in einen kleinen Bach zurück zu Mutter Natur.

Die Bakteriendichte wird täglich anhand von Gewichtskontrollen überprüft. 1 Liter Wasser aus der Nitrifikationsstufe wird über einen Papierfilter ausgefiltert und getrocknet. Anhand des Gewichtes, sind Rückschlüsse auf die Bakteriendichte möglich. Vermehrt oder gedrosselt wird über die O² Zugabe.
« Letzte Änderung: 09. März 2010, 19:04 von Koikoi0 » Gespeichert

Gruss Koikoi0/Dirk
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DirkF.
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« Antworten #4 am: 09. März 2010, 20:05 »

Jo Nabend .

Ich hab mir auch eine Besichtung bei Unserem Klärwerk für den Sommerurlaub vorgenommen .

Ich bin schon gespannt wie da was funktioniert ,
prinzipielle bestimmt immer das selbe , vielleicht hat aber die Biostufe noch einiges zu bieten was vielleicht umsetztbar wäre  
« Letzte Änderung: 09. März 2010, 20:09 von DirkF. » Gespeichert

Gruß Dirk

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sakura
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« Antworten #5 am: 09. März 2010, 21:04 »

Hallo,
so ein Klärwerkbesuch ist sicherlich interessant.
Nur wage ich zu bezweifeln das sich eines der Reinigungsysteme für unsere Koiteichfiltration übertragen lässt.
Unsere Filter haben eine relativ große Wassermenge zu bewältigen die relativ gering verschmutzt ist, im Klärwerk ist es genau andersrum.
Gruß
Thomas
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« Antworten #6 am: 10. März 2010, 14:52 »

Hallo Thomas,

hatte ich oben ja schon geschrieben.

Es war interessant, aber bis auf das Thema Nitratabbau nicht wirklich hilfreich.
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« Antworten #7 am: 10. März 2010, 15:00 »

Erzähl uns doch ein wenig was du über Nitratabbau gelernt hast.

Würde mich interessieren!
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sakura
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« Antworten #8 am: 10. März 2010, 21:34 »

Erzähl uns doch ein wenig was du über Nitratabbau gelernt hast.

Würde mich interessieren!

Ja Dirk, das wäre interessant.
Soviel ich weiß ist Nitratabbau mit Bakterien eine heikle Sache, da es nur im anaeroben Milieu funktioniert.
Gruß
Thomas
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« Antworten #9 am: 10. März 2010, 21:40 »

Hallo Zusammen,

am Samstag habe ich zusammen mit zwei anderen Koikichis,das Klärwerk in Verne bei Salzkotten besucht.

Die Führung hat von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr gedauert und war an sich sehr informativ, wenn auch nicht wirklich viel auf unsere Teichfilter übertragbar ist.
Es geht dort halt um viel gröbere Schmutzstoffe.

Der Gedanke ist entstanden, als die Mutag BioChips Diskussion los ging. Ich hab dort mal angefragt, ob die schon mal was davon gehört haben, aber bei Mutag, geht es wohl eher um Produktionsabwässer.

Im Klärwerk wird komplett ohne Carrier gearbeitet. Die Bakkis sitzen im Schlamm und bekommen Umgebungsluft für die Nitrifikation.
Lediglich beim Nitrat/Phosphatabbau wird mit Flockungsmittel oder Eisenoxid ( Rost) gearbeitet, da der Prozess sonst nicht in Gang kommt.
Diese Becken werden anerob und still bzw. mit sehr wenig Flow gefahren. Das Wasser soll ca 60 Minuten im Becken verbleiben.

Ob das für uns umsetztbar ist ?

Ich kann mir lediglich einen Pflanzenfilter vorstellen, der per Zeitschaltuhr stündlich geflutet wird. Baulich müsste das dann so sein, das das Wasser im Staustufen stehen bleibt um Nitrat/Phoshat abbauen zu können. Der Nitratabbau soll gut und einfach funktionieren, beim Phosphat sieht das anders aus.
Nach 60 Minuten geht dann per Zeitschaltuhr eine kleine Pumpe an, die frisches Wasser rein pumpt und das * Altwasser* in den Teich befördert. Wie das dann allerdings mit dem O² Wert aussieht, ist spannend.
Hier mal ein paar Infos und Bilder:

Einmal ein Gesamtüberblick, vom 20m hohen Klärturm aus:


als erstes wurde uns die Überwachungscentrale und die einzelnen Becken anhand der Schalttafel erklärt:





Danach ging es raus.

Als erstes haben wir uns die beiden Transportschnecken angeschaut, über die das Schmutzwasser hochgefördert wird:



Dabei wurde natürlich immer viel erklärt und dann auch abschweifend, richtung Koi, gequatscht.



Die folgenden Reinigungsstufen kommen so zum Einsatz und sind immer in zweifacher Ausfertigung vorhanden, falls es mal zu Problemem kommt:
1 Stufe
Kammfilterung > Das Abwasser wird mit zwei Kämmen, die ineinander laufen durchkämmt. Hier werden alle Feststoffe über 6mm ausgekämmt. Hier geht es halt um andere Schmutzstoffe wie beim Teichfilter.  
Hab davon leider kein Foto, war etwas eckelig, Ihr könnt euch vorstellen, was da so raus gekämmt wurde.:?

Für die Reinigung von Abwässern aus privaten haushalten, die keinen Abwasseranschluss haben, gibt es diesen * Trommelfilter*

Die Abwässer werden mit einem Pumpwagen angeliefert und hier vorgereinigt.

2 Stufe
Sandfilter > Hier wird in einem sehr langen Becken Sand und Fette vom Wasser getrennt. Das Becken wird aussen mit viel Luft bewegt und der Sand sammelt sich durch den Blubber in der Schmutzrinne in der Mitte, bzw. das Fett wird ebenfalls in der Mitte durch den Blubber gehalten und mit einer riesen Gummiflitsche weg geschoben.




Hier werden natürlich etwas andere Wassermengen befördert, wie an unseren Teichen und das erfordert natürlich auch etwas andere Pumpen.

Da waren die Augen groß:


3 Stufe
Danach ging es nochmals in lange Becken, in denen sich die Schwebstoffe abgesetzt haben. Diese wurden wiederum mit einem großen Schrubber raus gewischt.



4 Stufe
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Nitrit wird übrigens nicht überwacht bzw. nicht während des Prozess, nur Ammoniak und Nitrat.

Das Wasser läuft über einen Dom in das nächste Becken. Hier werden schon ein paar Liter in der Sekunde bewegt.






5 Stufe
Die selben riesigen runden Becken, allerdings anerob und mit Zugabe von Flockungsmitteln bzw. Eisensulfat zum Nitrat/Phosphatabbau.


Danach ist die Klärung angeschlossen. Das Wasser hat dann fast Trinkwasserqualität.
Auf die Frage hin, ob man das Wasser jetzt trinken könnte, sagte der Wassermeister, das das ansich geht. Im schlimmsten Fall, gibt es 1 tag Durchfall.


Das was hier abgekämmt wird, sind abgestorbene Bakterien:

Die verbleibende Bakteriendichte wird täglich anhand von Gewichtskontrollen überprüft. 1 Liter Wasser aus der Nitrifikationsstufe wird über einen Papierfilter ausgefiltert und getrocknet. Anhand des Gewichtes, sind Rückschlüsse auf die Bakteriendichte möglich. Vermehrt oder gedrosselt wird über die O² Zugabe.

In der Aussenschaltzentrale werden alle notwendigen Wasserparameter permanent überwacht. Die PH Wert Messung mit 12,2 ist übrigens defekt.  Smiley


Danach geht es, wenn alle Parameter ok sind, in einen kleinen Bach zurück zu Mutter Natur, die den Feinschliff übernimmt.

Diese beiden Herren sind sooooo schön, die brauchen keinen Feinschliff mehr:


Im Faulturm endsteht Methangas, was zwischen gespeichert wird und anschliessend zur Strom und Wärmegewinnung durch diese Blöcke genutzt wird.


Hier noch ein paar Fotos, vom 20m hohen Faulturm:





uiuiui, ist das hoch !!!



Als letztes ging es noch in das Labor zum Fachsimpeln und um eine Absetztprobe durchzuführen.
Dafür wurde 1 Liter Wasser aus der Nitrifikations-Stufe in ein Reagenzglas umgefüllt:


Nach ca. 10 Miuten sah das so aus:


Oben, *klares Wasser*, unten Biomasse ( Bakterien und Schadstoffe, die noch nicht abgebaut sind ).

Wenn das etwas länger gestanden hätte, wären 700ml klar und ca 300ml Biomasse zu sehen gewesen, wenn es genau ein Liter im gesamten ist.

Dann  gab es noch ein paar Fotos aus dem Mikroskop, wo man die kleinen Helferchen sehen konnte:


Lange Rede kurzer Sinn.
Sehr interessant war es, aber für mich bzw. meinen Filter konnte ich nicht viel an Wissen mitnehmen.
« Letzte Änderung: 10. März 2010, 22:15 von Koikoi0 » Gespeichert

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