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KHV News
Hallo Koifreunde, in den letzten Wochen wurden verschiedene neue Erkenntnisse über KHV im Internet und auch anderswo heftig diskutiert. Hier ein paar Bullet Points zum Thema:
KHV News
(Mit der freundlichen Genehmigung vom Autor)
- Ergebnisse von Infektionsversuchen an naiven Karpfen unter Laborbedingungen haben ergeben, dass eine Infektion und auch der Verlauf der Erkrankung ganz extrem davon abhängt, welche Virenmenge naive Fische im Experiment ausgesetzt wurden. Neben den schon bekannten Verläufen mit Verlustraten von bis zu 100% stellte sich bei den Versuchen aber auch heraus, daß sich beim Einsatz geringerer Virusmengen die Versuchsfische zu 100% infizieren ließen, ohne das es irgendwelche Anzeichen einer Erkrankung gegeben hätte. Dazu wurden Fische gezielt infiziert und anschließend die erfolgreiche Infektion überprüft. Die Fische wurden dann für vier Wochen bei 32°C gehalten und später die Wassertemperatur für weitere vier Wochen auf 23°C gesenkt. Anschließend wurden die Carrier einzeln auf verschiedene Versuchsbecken verteilt und naive Karpfen dazu gesetzt. Die einzelnen Versuchsgruppen wurden dann verschiedenen Streßsituationen (Temperaturschwankungen, Parasiteninfektion, Fangen im Kescher, Verabreichung eines Kortisonpräparates) ausgesetzt. Obwohl vorher nicht bei allen Carriern via PCR die latente Infektion nachweisbar war, schied jeder von ihnen Viren aus und infizierte die hinzugesetzten, naiven Fische (Nachweis mit PCR). Auch in diesem Versuch zeigte sich, daß die Infektion der naiven Fische durch die Carrier zum großen Teil ohne das Auftreten irgendwelcher Symptome erfolgte.
- Die "Immunisierung" durch gezielte Infektion und anschließendes Aufheizen macht die Fische zu Carriern. Die latente Infektion dieser Carrier ist mittels PCR an Kiemenproben und Leukozyten nach dem "Aufheizen" nicht immer nachweisbar. Die "Immunisierung" durch gezielte Infektion und anschließendes Aufheizen verhindert nicht, daß derart behandelte Fische nach 8 Wochen andere Fische infizieren. Solche Carrier können andere Fische infizieren, ohne das es auch nur im Ansatz klinische Symptome im Bestand geben muß. Streßfaktoren spielen eine entscheidende Rolle bei der Reaktivierung des Virus in "immunisierten" Fischen.
- Fischarten die bisher neben Koi positiv auf CyHV-3 getestet wurden: Goldfisch, Löwenköpfchen, Schubunkin, Orfen, Graskarpfen, Karausche, Hasel, Zährte, Silberkarpfen, Marmorkarpfen und Plötze.
- Für die gegenwärtig diskutierte Vaccine (P36) aus Israel ist sobald keine Zulassung in Deutschland zu erwarten. Eine "Impfung" mit einer Lebendvaccine wie P36 kann kaum verhindern, daß der "geimpfte" Fisch bei anschließendem Kontakt mit dem echten Virus auch mit diesem infiziert wird. Einzig der Krankheitsverlauf wird beeinflußt.
- Angesichts der oben dargestellten Versuche könnte man davon ausgehen, daß derart behandelte Fische in doppelter Hinsicht Virusträger (Impfvirus + KHV-Erreger) sind.
- Statt mit attenuierten Viren zu forschen, setzt man an verschiedenen Instituten darauf, Teile der Viren-DNA auf Bakterien zu übertragen und mit deren Hilfe dann Impfseren herzustellen, die zwar eine Immunisierung, aber keine Infektion mit einem lebenden Impfvirus produzieren. Ergebnisse dazu sind im Laufe des nächsten Jahres zu erwarten.
(Quelle: Ein sehr gutes Internetforum)
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